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Wo wir tätig sind

Die Stadt Alem Ketema mit etw 20.000 Einwohnern ist das Verwaltungszentrum des Woreda (Distrikts) Merhabiete, etwa 180 km nördlich der Hauptstadt Addis Ababa. Sie liegt am Rande des Hochplateaus auf etwa 2300 m Meereshöhe. Eine zur Zeit größtenteils noch unbefestigte Straße verbindet Alem Ketema mit der Hauptstadt. Seit dem Jahre 2013 ist die Stadt an das äthiopische Stromnetz angeschlossen, ein kleiner Teil der Privathaushalte hat eine Zuleitung ins Haus.

Die Verbindung zu Alem Ketema kam durch Vermittlung der Städtepartnerschaft Vaterstetten - Alem Ketema zustande. Anfang des Jahres 2013 besuchten Mitglieder der Ofenmacher zum ersten Mal Alem Katema.

 

Der Ofen

Unverzichtbarer Teil jeder Mahlzeit in der nördlichen Hälfte Äthiopiens ist Injera, ein Fladenbrot, das aus der endemischen Getreideart Teff hergestellt wird. Injera wird auf einer runden Tonplatte von etwa 65 cm Durchmesser, dem sogenannten Met'ad, herhestellt. Normalerweise wird 2 - 3 mal pro Woche Injera gebacken. Mehr als die Hälfte des wöchentlichen Holzverbrauchs eines normalen Haushalts entsteht durch die Injera-Herstellung.

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Landestypische Mahlzeit: Injera mit Gemüse und Wot

 

Der in Äthiopien eingesetzte Lehmofen hat daher neben der Feuerstelle zum Kochen eine zweite Feuerstelle für den Met'ad. Die Abluft des Met'ad-Brennraums erhitzt zusätzlich einen weiteren Topf, die Wärme der Abgase aus dem Kochtopf-Brennraum wird ebenfalls von eienem weiteren Topf genutzt.

Im Sommer 2015 wurde der Ofen in der Niederlassung der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Addis Ababa vermessen. Die im Controlled Cooking Test und im Water Boiling Test gemessenen Einsparungen an Feuerholz liegt in allen Fällen deutlich über 50% gegenüber offenem Feuer (siehe Bericht der GIZ).

Projektfortschritt

Nach der erfolgreichen Erstbesichtigung Anfang 2013 und dem Entwurf eines Prototypen im Sommer wurden im Herbst 2013 die ersten Exemplare des Äthiopien-Ofen in Alem Katema errichtet. In dieser Phase floss das direkte Feedback der Bevölkerung in verschiedene Verbesserungen ein. Am Ende der Entwicklung stand ein Ofen, der weitgehend an die Bedürfnisse der Bevölkerung angepasst war. In den folgenden Monaten mussten sich die in Privathaushalten und einem Restaurant aufgebauten Pilotöfen in der Praxis bewähren.

Im März 2014 waren wir uns in Bezug auf Funktion und Betrieb soweit sicher, dass wir das erste Training für 20 einheimische Ofenbauer starten konnten. Zwei Wochen lang wurden die Schüler sowohl praktisch als auch theoretisch unterrichtet. Im theoretischen Teil wurden Kenntnisse in Gesundheitserziehung, richtiger Nutzung und Wartung vermittelt. Im praktischen Teil legten wir Wert darauf, möglichst bald aus der Lehrwerkstatt in reale Situationen zu wechseln. In der zweiten Woche wurde daher der Lehrbetrieb in Privathaushalte verlegt, die auf diese Weise kostenfrei zu den ersten Öfen kamen.

Der Kurs wurde abgerundet durch ein Business-Training, das die Schüler auf ihr zukünftiges Leben als Kleinunternehmer vorbereiten sollte. Es begleitete die ersten Tage nach Abschluss des eigentlichen Trainings, dann schlossen sich zwei Wochen situativen Coachings an.

Alem Ketema