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Im September, Oktober und November waren wir in Alem Katema, der "Welt-Stadt" im Hochland von Äthiopien. Die Stadt ist ca. eine halbe Tagesreise mit dem Bus von der Hauptstadt Addis Abeba entfernt und hat etwa 20.000 Einwohner. Die Umgebung ist bergig und die Landschaft wunderschön.

Alem Katema selbst liegt auf einer Höhe von 2200 m. Das Klima war während unserer Zeit dort sehr angenehm zwischen 15 und 30 °C. Im Oktober und November ist Trockenzeit in Äthiopien. Die Flüsse der Umgebung haben sich hier tief ins äthiopische Hochland gefressen und formen eine sehr schöne und abwechslungsreiche Landschaft mit tiefen Gräben und steilen Felswänden, welche in Stufen immer wieder kleine Plateaus bilden. Jeder noch so kleine und unzugängliche Fleck Erde wird landwirtschaftlich genutzt. In Äthiopien gibt es mehrere Völker. Alem Katema liegt in Amhara, dem Land der Amharen. Dieses Volk hat eine sehr alte christliche Kultur und ist sehr gastfreundlich.

Die Problematik des Rauches in den Häusern ist wie in Nepal sehr schwerwiegend. Wenn gekocht wurde konnten wir nicht-Äthiopier nur aus den Räumen fliehen. Der Rauch beißt  in den Augen und erzeugt Hustenreiz. Die Köchinnen halten sich in diesen Räumen allerdings stundenlang auf und haben dabei meist auch noch ihre Kinder auf dem Rücken. Für uns ist es klar, dass der Rauch extrem ungesund ist, doch dieses Wissen ist nicht selbstverständlich.

Unsere Ofenlösung für Äthiopien besteht ausschließlich aus Lehm, Sand, Kuhdung und Stroh. Unser Ofenbaumeister Christoph könnte eine für die Kochkultur passende Konstruktion finden. Aus den Grundmaterialien, die wie auf dem Foto zu sehen ist mit Ochsen gemischt wurden, werden Ziegel hergestellt. Diese werden nur in Form gebracht und getrocknet. Gebrannt werden müssen sie nicht. Der Rauchauslass wurde bei einer örtlichen Töpferei bestellt (Bild: Auslassinstallation mit Frank auf dem Hausdach). Durch diese Materialien ist der Ofen sehr billig. Im Gegensatz zu Nepal möchten wir in Äthiopien mit einem Konzept arbeiten, bei dem wir nur die Ausbildung der Ofenbauer und die Aufklärung über die Rauchproblematik übernehmen. Während in Nepal jeder Ofen von uns finanziell bezuschusst wird soll in Äthiopien der volle Preis von den Kunden aufgebracht werden.

Während unserer Reise haben wir in erster Linie Testöfen bei vier Testfamilien gebaut. Diese werden uns Rückmeldungen geben, was an unserem Ofen noch verändert werden muss. Der Ofen wurde bereits während unserer Reise immer wieder optimiert und wir sind auch aufgrund der Rückmeldungen, die wir schon bekommen haben, sehr guter Dinge. Zum Bauen der Öfen gehören natürlich noch viele weitere Aufgaben wie das finden von geeigneten Materialien, das Einholen von Genehmigungen, das Herstellen der Ziegel und Schaffen von Kommunikationsmöglichkeiten für unsere Kontaktperson vor Ort. Diese wird die Rückmeldungen für uns einholen und das Training vorbereiten.

Im Frühjahr möchten wir 10 bis 20 Ofenbauer in Alem Katema ausbilden und gleichzeitig entsprechende Aufklärung bei der Bevölkerung betreiben.

 

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